„Gaden“

„Gaden“, Holderenstrasse 11, Rehetobel

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Gaden Ein neues Abbruchgesuch mit Neubauprojekt liegt vor. Der Rekurs der IG-Gaden gegen die Nichtunterschutzstellung ist von der Baudirektion wegen fehlender Legitimation abgewiesen worden und der Rekurs des Heimatschutzes in der gleichen Frage wurde zurückgezogen.

Die IG für den Erhalt des „Gaden“ und der Heimatschutz haben je Rekurs gegen den Entscheid des Gemeinderates, den „Gaden“ nicht unter Schutz zu stellen, eingereicht. Der Rekurs der IG-Gaden ist von der Baudirektion wegen fehlender Legitimation abgewiesen worden. Den Rekurs des Heimatschutzes hat dieser zurückgezogen, weil zwischenzeitlich ein ähnlicher Rekurs in einer anderen Gemeinde ebenfalls wegen fehlender Legitimation abgewiesen wurde.

Gegenwärtig hat die Bauherrschaft ein neues Gesuch für den Abbruch des „Gaden“ und den Neubau eines Einfamilienhauses eingereicht, das nun zur Bewilligung bei den Baubehörden liegt.

Weil die Bauherrschaft an einem Abbruch festhält, scheint dieser unvermeidbar. Damit wird der einzige vorhandene Zeitzeuge, wo textile Verarbeitung und Landwirtschaft unter einem Dach untergebracht wurden, verloren gehen. Auch in seiner reichen äusseren Ausstattung war der „Gaden“ einmalig. Ein Stück sichtbare Kulturgeschichte verschwindet aus unserem Dorf und wird nach den eingereichten Plänen durch einen Neubau ersetzt, welcher nun wohl die technischen Vorgaben des Baureglements knapp einhält, sich jedoch auszeichnet als leider nur durchschnittliches Einfamilienhaus mit ein an diesem Ort unpassendem Swimmingpool.

Die Gemeinde hat sich geweigert, die Frage der kulturhistorischen Bedeutung des „Gaden“ für unser Dorf und die Region explizit abzuklären, obschon das mittelt Petition mit 350 Unterschriften und nachfolgend von verschiedenen Seiten, auch von Fachleuten verlangt worden ist. Stattdessen hat er sich auf ein rein technisch ausgerichtetes Gutachten verlassen, das primär von einer Wohnnutzung ausgegangen ist, obschon der „Gaden“ nie als Wohnhaus gebaut worden ist. Mit einer sanfteren Nutzung wären auch geringere Eingriffe, verbunden mit einem Erhalt, verhältnismässig gewesen. Eine entsprechende Prüfung ist bedauerlicherweise nie vorgenommen worden. Mit dem Abriss des „Gaden“ vergibt die Gemeinde somit auch die Chance, sich im Tourismus fördernden Verein „Textilland Ostschweiz“ mit einer kulturellen Perle zu präsentieren. Eine solche Haltung ist längerfristig nicht Standort fördernd und deshalb zu bedauern.

Es bleibt zu hoffen, dass die Überarbeitung des kantonalen Richtplans, die Baugesetzrevision und die Revision der Bauverordnung solche Entwicklungen zukünftig besser regeln werden. Die Abschaffung der Ortsbildschutzzone ist allerdings ein untaugliches Mittel und muss als nutzlose Symptombekämpfung abgelehnt werden. Das Beispiel zeigt auch, dass unsere Planungsinstrumente wie Zonenplan und Schutzzonenplan überarbeitet werden müssen.

Die IG für den Erhalt des „Gaden“ wird damit aufgelöst.

  • Brigitte Bruderer
  • Heinz Meier
  • Monika Pearson
  • Arthur Sturzenegger
  • Ruedi Tachezy

17. Mai 2015 Blogger hm



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